Stolpersteinlegung Familie Piper

Stolpersteinlegung Familie Piper

Am Mittwoch, dem 27. November, um 12:30 Uhr findet im Faulborn Nr. 32 wieder eine Stolperstein-Legung durch den Aktionskünstler Gunter Demnig statt. Die drei Steine erinnern an die jüdische Familie Piper, die im Oktober 1938 als staatenlose Juden nach Polen abgeschoben wurden in das Judenghetto von Lodz/Litzmannstadt. Sie waren ursprünglich aus Wien nach Apolda gekommen. Der Ehemann Mendel war Wirker in einem Ein-Mann-Betrieb in der Bernhardstraße 38. Eine junge Frau Lorenz hat bei ihm stundenweise Garn gespult. Vorher war sie mit Pipers Tochter Helene gemeinsam in einer Klasse der “Grauen Schule”. Als sie später ins Lyzeum ging, war sie mit der jüdischen Margot Rechtmann in einer Klasse. Mendels Ehefrau Adele war eine stattliche Frau mit Goldzähnen, die immer ganz zuletzt zum Markt ging, um Geld zu sparen. Mutter Adele und Tochter Helene starben am 29. Oktober 1944. Als das Ghetto geräumt wurde, kam Mendel 1944 in das Außenlager Kaufering des KZ Dachau, wo er einen Monat später, am 24. November 1944 starb.

Vereinsmitglieder und andere Einwohner, die sich an diese unschuldig Verfolgten erinnern wollen, sind herzlich eingeladen zu einem Gedenken am Ort der Steinlegung. – Die große Person auf der rechten Bildseite ist Mendel Piper. In der Ritterstraße stand die “Graue Schule”. Im SPD-Lokal “Zur Linde” trafen sich Piper, Dr. Moser und andere zum Schachspielen.